Dokumente belegen: Stuttgart 21 immer nur für 30 Züge geplant PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 22. März 2012 um 08:47 Uhr

Dokumente belegen: Stuttgart 21 für nur 30 Züge geplant!

Bahn plante Stuttgart 21 von Anfang an als Rückbau!


Stuttgart, 22. März 2012: Bei ihren Recherchen zur Planfeststellung von Stuttgart 21 sind die
Ingenieure22 auf bisher nicht bekannte Unterlagen gestoßen (http://bit.ly/GEEftm), die
zweifelsfrei belegen: Stuttgart 21 war von Anfang an als Rückbau des Bahnknotens Stuttgart
geplant! Zukünftig sollten im Stuttgarter Hauptbahnhof nur noch maximal 30 Züge in der
Spitzenstunde verkehren – diese Vorgabe machte1997 die Bahn selber für eine von ihr
beauftragte Personenstromanalyse. Seitdem gab es keine Änderung der geplanten
Bahninfrastruktur von S-21; die wesentlich höhere Leistungsfähigkeit des Tunnelbahnhofs, die
inzwischen behauptet wird, steht nur auf dem Papier.


Besonders pikant: Eben dieses Gutachten gehört zwar zu den Planfeststellungsunterlagen,
wurde dem Eisenbahnbundesamt aber trotz mehrmaliger Aufforderung erst im September 2002
zur Verfügung gestellt, offengelegt wurden diese Unterlagen nie, den Trägern öffentlicher
Belange wie dem BUND wurden sie nicht zur Verfügung gestellt.


„Die Unterlagen, die wir jetzt gefunden haben, belegen eindeutig: Die Bahn hat mit Stuttgart 21
von Anfang an eine erhebliche Verkleinerung des Stuttgarter Bahnhofs geplant“, sagen
Dipl.-Ing. Hans Heydemann und Wolfgang Jakubeit von den Ingenieuren22 für den
Kopfbahnhof. „Bislang der Öffentlichkeit nicht bekannte Unterlagen aus dem Jahr 1997
belegen: Nur 30 Züge in der Spitzenstunde sind geplant, alles andere ist Werbegeschwätz.
Unser Kopfbahnhof hingegen leistet mindestens 50 Züge in der Stunde. Folglich handelt es
sich bei S21 um einen bedenklichen Rückbau von guter, funktionierender und leistungsfähiger
Schienen-Infrastruktur – das darf nicht mit Steuergeldern finanziert werden!
Zum Skandal wird die Angelegenheit, weil die Bahn diese Unterlagen erst wesentlich verspätet
nachgereicht hat, die Öffentlichkeit hat sie nie zu Gesicht bekommen. Bundesverkehrsminister
Ramsauer muss jetzt endlich aufwachen und diesen illegalen Rückbau stoppen!“


Nun wird verständlich, dass alle neutralen Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit des
geplanten Tunnelbahnhofs etwa 30 Züge in der Spitzenstunde ergeben – denn genau das
hatte die Bahn ja von Anfang an geplant. Erst als es darum ging, das Projekt politisch
durchzusetzen, staatliche Finanzierung zu erlangen und eine Planfeststellung zu bestehen,
schnellten die Angaben zur angeblichen Leistungsfähigkeit immer weiter in die Höhe – ohne
dass sich am geplanten Bahnhof irgend etwas geändert hätte. Ein Rückbau von Infrastruktur
darf aber nicht staatlich finanziert werden! Die massiven Eingriffe in den Denkmalschutz und
den Umweltschutz sind unter diesen Umständen nicht zu rechtfertigen – die Planrechtfertigung
durch die behauptete Leistungssteigerung ist somit hinfällig!


Die Tatsache, dass die Unterlagen zurückgehalten wurden, legt den Schluss nahe, dass die
Bahn sehr wohl wusste, dass diese Aussagen im Widerspruch zur Planrechtfertigung stehen.
Die Planfeststellung für Stuttgart 21 ist von der Bahn mit unlauteren Mittel beeinflusst worden!


Die Leistungsfähigkeit des bestehenden Kopfbahnhofs liegt bei mindestens 50 Zügen pro
Stunde; das wurde im November letzten Jahres von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-
Württemberg geprüft und vom Verkehrsministerium offiziell bestätigt:

http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/104632/


Anhang: Abfotografierte Unterlagen und EBA-Anschreiben, aus denen die verspätete
Einreichung hervorgeht, sowie die von der Bahn gemachten Angaben zu den maximalen
Zugzahlen im Tunnelbahnhof. In hoher Auflösung als ZIP-Datei: http://bit.ly/GEEftm
Rückfragen: Dipl.-Ing. Hans Heydemann, 0711-628488 oder Carola Eckstein, 0152-53684818
Presseerklärungen und Hintergrundinfos / Presseportal: www.parkschuetzer.org/presse
Internet: www.ingenieure22.de / Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Anschreiben der DB Projaktbau an das Eisenbahnbundesamt

Deckblatt der Studie zum Personenaufkommen

Zugrundeliegendes geplantes Zugprogramm in der Hauptverkehrszeit

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. März 2012 um 11:22 Uhr